Flida- oder Nachts kommen schlimme Gedanken

Flida ist 54. Flida hat ihre Kinder erfolgreich durch die Kindheit und Jugend gebracht, Flida hat eine Ehe hinter sich, hat sich freigeschaufelt, und eigentlich geht es Flida jetzt seit einigen Jahren wieder gut. Hübsche Mietwohnung, mit schönem Garten, sichere berufliche Anstellung, ausreichend Einkommen, ein Mann an ihrer Seite, mit dem das Leben manchmal zwar anstrengend ,aber auch liebevoll und schön ist.
In letzter Zeit bemerkt Flida im Spiegel, das sie sich verändert. Gut, sie schaut sich im Spiegel auch eher ohne Brille an, weil, wenn sie sich schminkt(nach den neuesten Erkenntnissen mit hellen Farben, das öffnet die Augen), wenn sie sich schminkt, geht das nur ohne Brille. Und dann blickt sie flüchtig in den Spiegel, und denkt, ihr Vater schaut sie an. Das findet Flida schrecklich, sie liebte ihren Vater,aber aussehen wie er möchte sie nicht.
Und nachts schreckt Flida oft hoch, weil dann die Gedanken kommen. Diese verflixten Gedanken, das mehr als zwei Drittel ihres Lebens vorbei sind. Diese Gedanken, was ist, wenn sie aus dieser Mietwohnung ausziehen muss, weil sie sich die nicht mehr leisten kann, wenn die Jüngste Tochter aus dem Haus ist, und dann muss sie in eine andere Wohnung einziehen  und dann braucht sie 2 Jahre, um sich einzugewöhnen, und dann kommt der Vermieter und meldet Eigenbedarf an….. Flida schwitzt. Verflixtes Gedankenkarussel…. sie hat schliesslich noch 25 Jahre mindestens, wo sie fit sein kann,….Aber, flüstert das Teufelchen, was sind 25 Jahre? So alt ist dein mittlerer Sohn, das ist nicht viel!
Flida wird wütend. Klar, das sind Angstmach-Gedanken und es ist nicht schön,sich auszurechnen, das 20 Jahre nicht viel Zeit sind, und das womöglich nichts gespart sein wird und ein eigenes Häuschen ein Traum bleiben wird, den sie sich niemals erfüllen kann, und sie der Willkür der Vermieter ausgesetzt sein kann, und und und….

Flida muss dieses Karussel unterbrechen, dieses AngstmachGedanken-Denken.
Eine Gesichtsmaske , beschliesst sie, eine Tasse Tee, und den Mond angucken.
Der hatte schon immer einen beruhigenden Einfluss auf sie.

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