Ein geringelter Tag

Ich habe etwas wiedergefunden. Ein Buch.
Ein Buch,(so heisst das Buch) in dem eine Geschichte steht, die der JüngstLiebsteSohn vor 8 Jahren in der Grundschule geschrieben hat. Dank einer sehr engagierten Klassenlehrerin durften die Kinder an einer Schreibwerkstatt teilnehmen.
Diese Geschichte darf ich hier,  mit seiner Genehmigung, lesbar machen.

                                                Ein geringelter Tag

„Heute“, sagte Petra entschlossen an einem bewölkten Tag. „Heute finde ich meinen Traummann. “
Sie war gerade auf dem Weg zur U-Bahn , weil sie in den Englischen Garten in München gehen und und dort ihren Traummann finden wollte. Sie stieg ein. Die U-Bahn fuhr los und hielt nach einiger Zeit wieder.Sie war angekommen. Sie ging raus, lief die Treppe hoch und guckte besorgt zum Himmel, denn dort kamen jetzt auch noch Gewitterwolken.“Oje oje“, stöhnte sie ärgerlich,“hoffentlich ziehen die Wolken vorbei!“ doch gleichdarauf fing es zu regnen an.Es war ein heftiger Regen, und der kalte Wind blies Petra direkt ins Gesicht, so dass es ihr andauernd eiskalt den Rücken runterlief. Nach einiger Zeit wollte sie nicht mehr und dachte sich beim Zurückgehen: „Tja, dann wird es heute wohl nichts damit, den Traummann zu finden, oder?“
Sie ging dir Treppe hinunter zur U-Bahn und stempelte ihre Karte am Automaten.Dabei sah sie, wie die U-Bahn einfuhr. Sie lief hastig hin und stieg ein.Kaum, dass die U-Bahn losgefahren war, hielt sie auch schon wieder in einem Tunnel. Und der Schaffner sagte: „Die U-Bahn hat ein defektes Gleis, leider müssen wir mit einer halben Stunde Verspätung rechnen, ich bitte um Entschuldigung.“ Petra langweilte sich. Da sah sie einen Mann, der rot-orange geringelte Socken und einen rot-orange geringelten Hut aufhatte. Ausserdem trug er orange-gepunktete Schuhe. Petra sah an sich herunter und bemerkte, dass sie blau-grün geringelte Hosen und eine blau-grün geringelte Jacke trug. „Was für ein Zufall,“, dachte sie. Der Mann schaute zu ihr herüber und sah, wie sie angezogen war.Er ging auf sie zu und sprach sie an: „Du bist ja genauso geringelt angezogen wie ich. Da kann man ja Kopfweh kriegen.“ Sie lächelte verlegen und sagte, während sie ihm ins Gesicht blickte: „Und du hast eine schöne Augenfarbe. Die passt gut zu deinem Hut.“
„Die Augenfarbe habe ich von meiner Mutter und den Hut von meinem Grossvater geerbt.“
Die U-Bahn fuhr weiter , stoppte aber sogleich wieder, und dann ging plötzlich das Licht aus.Als dann auch noch ein betrunkener Mann laut gröhlend umfiel und krachend auf eine Bank plumpste, guckten die Leute sehr verängstigt.Besonders Petra. Der geringelte Mann legte sein Hand um ihre Schulter und sprach:“ Hab keine Angst, ich bin ja bei dir.“
“ So ein Depp,“ dachte Petra,, “ sehe ich etwa so ängstlich aus?“ Die U-Bahn fuhr wieder weiter.Kurz darauf hielt sie am nächsten Bahnsteig.“Ich muss jetzt hier raus,“ sagten beide gleichzeitig.In diesem Moment guckten sie sich verwundert an.Petra lachte, und der geringelte Mann sprach, ebenfalls lachend:“Ich glaub, wir brauchen einen Kaffee.“ „Hoffentlich wird das nicht der letzte Kaffee mit ihm sein,“dachte sie,“ denn ich würde zu gerne wissen, ob er noch mehr geringelte Klamotten in seinem Schrank versteckt hat.“
Sie gingen los. Es regnete immer noch.Der Mann mit dem geringelten Hut klappte seinen geringelten Regenschirm aus und sprach:“ Wie heisst du eigentlich?“ „Petra,“ antwortete sie, und fragte zurück:“Und du?“ „Ich heisse Archibald, aber alle nennen mich Aro.“
„Gut, Aro, in welches Cafe gehen wir denn?“ „Ins Cappucino Resenco, dort sind die Kaffeetassen auch geringelt.“ Also gingen sie ins Cafe und plauderten eine Weile. Dabei verging die Zeit wie im Flug. Sie verabredeten sich für den nächsten Tag, und Petra ging glücklich nach Hause. Auf dem Rückweg dachte sie:“ Vielleicht….“ Sie seufzte tief. “ Vielleicht wird das ja was mit dem Kerl, vielleicht hab ich meinen Traummann gefunden.“

Danke, J.!

5 Gedanken zu “Ein geringelter Tag

    • katalisis schreibt:

      Es war ihr Traummann für 20 Jahre. 😁Mein Sohn hat diese Geschichte in Anlehnung an das kennenlernen seiner Eltern geschrieben, was ich damals so süß fand, das er das aufgegriffen hat. Wir trugen beide gestreifte Kleidung(1985 war das toll!) und lernten uns in der Ubahn kennen und hatten dieselbe Ausstiegsstation. Also, du hattest recht: happy end! Liebe grüße Katrin

      Gefällt 2 Personen

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