Suska- und das mit dem vegan-sein

Das mit dem Vegan-essen lässt Suska nicht mehr los. Obwohl sie dieser Ärztin beileibe nicht recht geben möchte, aber Gedanken macht sie sich schon. Über Tierhaltung und Konsum- ein bisschen was ändern kann sie ja. Eier beim Bauernhof kaufen, und Fleisch nur noch von einem Metzger, bei dem sie weiss, wo es herkommt. Und weil das teurer wird, gibt es halt weniger. Und eben mehr Gemüse. Vielleicht auch regionales, aus einer Biokiste, die sie sich liefern lassen kann.

Dann kommt Bero, der  Sohn , eines Tages aus der Schule  und erklärt, das er jetzt kein Fleisch mehr essen wird und auch keine anderen tierischen Produkte.
Vegan sei er jetzt.
Suska wird es ganz flau, was soll sie denn jetzt wirklich kochen?Ohne Sahne, ohne Käse, ohne Milch!
Ich koch schon selber, Mama, sagt er. Da ist Suska gespannt, ob das so klappt?
Es klappt, Bero kocht Gemüse, Linsen kommen jetzt ins Haus, und Getreide, von dem Suska noch nie gehört hat. Quinoa allerdings das schmeckt ihr nicht. Dann diese Körner ,die so aufweichen in Flüssigkeit, da schüttelt es Suska auch, dieser geschmacklose Matsch im Mund ist nichts für sie. Aber wenn es Bero schmeckt! Eines Tages sagt sie: Heute koch ich. Vegan! Lass dich überraschen!
Sie will vegane Pfannkuchen machen. Statt der Milch, hat sie sich überlegt, nimmt sie Mandelmilch. Und statt Butter in die Pfanne nimmt sie Margarine. Sie kauft Dinkelmehl, das soll auch sehr gesund sein und den weissen Zucker tauscht sie gegen Agavendicksaft. Das wird ihren gesundheitsbewussten Bero freuen!
Allerdings hat sie gelesen, das das mit den Mandeln auch nicht mehr so einwandfrei ist, Bienenvölker werden zum Befruchten der Mandelblüten hohem Stress ausgesetzt und müssen reisen, um alle Mandelbäume zu bestäuben, das ist auch Tierquälerei, findet Suska.
Aber nun gut, das macht sie jetzt trotzdem mit dieser Ersatzmilch.
Sie macht einen schönen geschmeidigen Teig mit der Mandelmilch und dem Dinkelmehl, zerlässt die Margarine in der Pfanne, der erste Pfannkuchen wird wie immer nichts, zu blass, zu dick, aber der zweite und  der dritte, die werden perfekt. Sie schichtet sie vorsichtig auf, Bero will zudem heute auch noch seine Freundin mitbringen, die sie noch nicht kennt, da muss es pefekt sein. Sie hat zur Feier des Tages eine wunderbare Marmelade gekauft, mit dem schönen Slogan: Glück aus Himbeeren, das passt zu dem heutigen Tag, denkt sie.
Alle Pfannkuchen sind  zum Wärmen im Ofen, der Tisch ist hübsch gedeckt, die Glückmarmelade auf dem Tisch.
Beros Freundin ist nett und offen, und Suska präsentiert stolz: Meine Veganen Pfannkuchen! Mandelmilch, Margarine, Agavendicksaft, Dinkelmehl! Na, was sagst du, Bero?
Und anstelle der Eier? fragt Bero.
Eier!
Suska wird es ganz heiss, meine Güte, das hat sie total übersehen! Eier sind vom Tier, selbt wenn es glückliche Hühner waren!
Fast kommen ihr die Tränen, aber Bero lacht laut, typisch Mama, essen wir halt heute vegane Pfannkuchen mit glücklichen Eiern und gücklicher Marmelade von glücklichen Himbeeren!
Und so gut haben die lange nicht mehr geschmeckt!

18 Gedanken zu “Suska- und das mit dem vegan-sein

  1. Myriade schreibt:

    Ach wie schön, unfanatische Veganer ! Kürzlich habe ich eine Unterhaltung mitgehört, in der es darum ging, ob Muttermilch für ein veganes Baby überhaupt zumutbar wäre, wo es sich doch um Säugetiermilch handelt. Da greift man sich an den Kopf ……

    Gefällt 6 Personen

  2. franhunne4u schreibt:

    Ich bin ja bekennender Omnivor – aber – normale Margarine ist auch nicht vegan. Öl ist vegan. Margarine enthält Milchbestandteile – nicht so viele wie Butter, aber ein paar sind es halt doch. Und wenn ich irgendwann mich überwinde, den veganen Kuchen im Glas für die vegane Kusine zu backen, dann verwende ich Alsan-Bio – das ist garantiert ohne. Und für Eierersatz ist eine Mischung aus Sojamehl und Soja-Drink sowie Backpulver vorgesehen.

    Gefällt 2 Personen

    • katalisis schreibt:

      Ich hab jetzt omnivor nachgucken müssen was das ist! Ja, ich hab nen Sohn und der ne Freundin und die sind Veganer und ich muss dementsprechend meine Küche dann gestalten was mir aber auch spass macht. Nur vomn “ Ersatz“ für dies und das halte ich nicht viel. Dann gibts eben bloss streuselkuchen ohne Eier oder vegetable mutch oder eben Gemüsekuchen statt Pizza mit kaseersatz was ja ducrch die Hefe nicht gut ist für meine Umwelt wenn ich das esse😋Viele grüße Katrin

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  3. kat+susann schreibt:

    Und meine Glücksmaremalde Himbeere habe ich gerade aufgefressen.. lecker.. 🙂
    Ich koche nix extra für Veganer, ist mir zu anstrengend , weil ich keine Veganerin bin. Bei meiner Arbeit wird der Kuchen den eine Veganerrin immer backt dann trotzdem von der anderen hinterfragt.. ob er auch wirklich wirklich vegan sei.. ich gebe zu.. wir die Omnivoren dachte schon mal daran eine fette Wurstscheibe auf den Kuchen zu legen und zu kreischen.. haben wir haben nicht.. weil nicht pc usw. ist o.k. aber wir denken das.. ,,manchmal und grinsen uns dann an… das macht er leichter, wenn die eine Extreme da ist.
    S.

    Gefällt 2 Personen

  4. kat+susann schreibt:

    Fühlen sich denn die Mütter ausgebeutet wie die Milchkühe ? Es gibt Menschen die ihr Haustiere zwingen vegetarisch zu sein.. Raubtiere ! Ja, manchmal fressen die auch Gemüse gern.. aber zwingen ? Wozu braucht man diesen Dogmatismus ? Bzw wer braucht das ?
    Ich frage mich u.a. : darf man diese ganzen Fabriken erlauben in denen Tiere unwürdig gehalten werden ? Brauchen wir all diese Obst und Gemüseplantagen unter Folien und auf der anderen Seite der Erdhalbkugel ? Brauchen wir grossflächig angebaute Futtermittel für die Tiere die wir dann essen wollen ?
    usw usw.
    Ich finde wir brauchen Mässigung… Langsamkeit , Selbstreflexion, Mediation und Achtung vor der Mit und Umwelt.
    Von einem Extrem ins andere war noch nie eine gute Idee.
    In diesem Sinne
    schönen Sonntag!
    S.

    Gefällt 2 Personen

  5. Stephanie Jaeckel schreibt:

    Ich finde es o.k., wenn jede/r sich das kocht, was sie oder er essen will. Mittlerweile sind ja auch die Restaurants im Angebot so vielseitig – zumindest in Großstädten – dass sich irgendwo immer ein gemeinsamer Tisch für alle möglichen Essgewohnheiten findet. Mich irritiert jedoch, dass ich als Gastgeberin immer öfter mit Wünschen, bzw. Forderungen nach veganer Küche konfrontiert werde. Dass jemand kein Fleisch oder Fisch isst, kann ich sofort nachvollziehen. Dass es Menschen mit Allergien gibt, weiß ich auch. Vegan ist mir – von der privaten Sphäre und den kommerziellen Angeboten abgesehen – jedoch ein mühsames Konzept. Es bedeutet, Kochen noch einmal neu zu buchstabieren. Es ist ja oft nicht damit getan, verschiedene Zutaten in den Topf zu werfen und kräftig umzurühren. Es bedarf Erfahrung und Fingerspitzengefühl, und damit auch Zeit. Außerdem sind vegane Produkte, Mandelmilch zum Beispiel, teurer als das tierische „Original“. Wie aber soll ich einen Gast verstehen, der mit diese Zusatzkosten und -arbeit aufzudrücken sucht? Wie gesagt, jede/r soll für sich essen, was schmeckt. Aber die zunehmenden Forderungen von vegan lebenden Menschen halte ich nur schlecht aus. Es fühlt sich an wie ein Übergriff: sehr ungut.

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