Flida- weihnachtliche Röstaromen

Flida hat es fast drei Wochen erfolgreich abgewehrt, sich dieses Jahr wieder dem Stress des Plätzchenbackens hinzugeben. Auch wenn das Teufelchen auf der Schulter leise gesagt hat: Das gehört sich aber so, an Weihnachten, da backt man!
Und wenn Freunde gefragt haben: Bäckst du dieses Jahr? hat Flida stolz gesagt: Nein, mach ich nicht!
Und auch wenn die Freundinnen erzählt haben von den 10 Sorten, die sie backen werden, nur zehn dieses Jahr, letztes Jahr seien es ja fünfzehn gewesen, und das wird ihnen dieses Jahr wirklich zuviel, und Flida hat dann geantwortet: Ich backe gar nicht dieses Jahr!
Natürlich wurde sie gefragt: Warum nicht, das gehört sich doch so.
Aber Flida hat gesagt: Keine Lust, wir werden eh zu dick alle immer. Dann wurde sie komisch angeguckt, aber das ist ihr egal.
Früher hat sie gebacken, natürlich, als die Kinder klein waren, da fing sie schon im November an zu planen, wieviele Sorten sie wann backen würde, schliesslich gab es Weihnachtsfeiern und  Adventsfeiern in Kindergarten und Schule, da wollten die Kinder selbstgebackene Plätzchen mitnehmen. Dann stand sie an den Nachmittagen in der Küche und füllte Keksdosen mit Plätzchen, ärgerte sich über Teig, der zerbrach oder verbrannte, probierte neue Rezepte aus, mit Vollkorn und ohne Zucker, die dann niemand aß,  füllte Butterplätzchen mit Lemoncurd, das waren ihre liebsten, sie rollte Vanillekipferln, die im Ofen riesengross wurden und auseinanderflossen und freute sich schliesslich über die Plätzchen ihrer Freundinnen, die, in Cellophantüten hübsch verpackt, mit kleinen Tannenzweiglein versehen , den Weg in Flidas Haushalt fanden. Diese Plätzchen waren klein, fein und verschieden und sahen sehr hübsch aus. Warum kriegst du das nicht auch so hin, fragte das Teufelchen oft. Liegt bestimmt am Backofen und meiner Feinmotorik, dachte Flida.
Und nun ist schon der 15 Dezember und Flida hat im Keller zwei Keksdosen gefunden und in einer Kochzeitschrift Rezepte für „Schnelle Plätzchen für zwischendurch“.
Da denkt sich Flida: Gut, dann mach ich mal zwei schnelle Sorten.
Und schmilzt ganz fix Schokolade und Kokosfett und krümelt Keksbruch rein, und weil das flüssig aussieht, noch eine Handvoll Müslireste, und rührt das um und streicht es auf eine Klarsichtfolie ,wie im Rezept beschrieben und stellt alles auf den Balkon.
Die nächste Sorte , die sie backen muss, braucht etwas länger, zwei Stunden zum Auskühlen,aber sie muss vorher Rollen formen, die sie gekühlt ausschneidet, das wird sie wohl schaffen! Ausstechen hasst sie.
Also ebenfalls den Teig gerührt, Cranberrys reingeworfen, Walnüsse, Anis, Zimt,Ingwer, Karadamon,  alles gutes Weihnachtsgewürz, dann gerollt und auf den Balkon mit den Rollen.
Derweil ist die Schokoladenplatte fest geworden und sie kann sie in Stücke schneiden. Und jetzt wird ihr auch klar, warum die Masse so flüssig sein sollte, jetzt mit dem Restmüsli da drin bröselt alles. Aber, nun,… das ist halt so. Gibts halt wieder Flatschenbruch und keine feinen Stücklein.
Sie taucht noch schnell eine Tüte getrocknete Aprikosen in die übriggebliebene Schokolade, das macht sich immer hübsch auf dem bunten Teller und jetzt kann sie den Teig wieder reinholen und die Rollen schneiden. Zack, die Stücke fliegen auf das Backblech, der Ofen ist heiss, Bleche rein und dann klingelt es an der Tür.
Der Postbote.
Packet fir Flida, sagt der Postbote. Biist du?
Ja, bin ich, sagt Flida, und er stellt 3 Pakete vor ihre Füsse. Niiimst du fir Nachbar auch? Klar, seufzt Flida, und umständlich zieht er einen elektronischen Kasten aus seiner Jacke und sagt: Uuunterschraibsscht du da!
Flida kritzelt ihren Namen auf das Display und da riecht sie es auch schon: Es brennt im Ofen. Mist, denkt sie, und will reinsausen,da ruft der Paketbote: Vergisst du nicht Packet!
Später, ruft Flida und flitzt in die Küche.
Aber zu spät, eine Rauchwolke quillt aus dem Ofen. Das Teufelchen auf ihrer Schulter muss husten. Typisch! krächzt es. Das war sooo klar!
Flida schnappt sich den Backhandschuh und zieht die Bleche aus dem Ofen. Die untersten Plätzchen sind verkohlt, vom oberen Blech kann sie noch die Hälfte retten. Sie probiert eines, noch ist es heiss, aber es schmeckt ganz gut.
Dann muss ich nicht räuchern um die bösen Geister zu vertreiben, die ergreifen bei dem Gekokel schon vorher die Flucht!denkt sie, und lacht laut auf.

Geheimnisvolle Röstaromen machen den weihnachtlichen Zauber aus!
Und so schafft das nur Flida.

 

 

Das Beitragsbild sind die verkohlten Plätzchen , die mit meiner neuen FotoApp verglitzert wurden, denn wegen dieser App-und das ist jetzt autobiografisch, grins- wegen dieser App sind die Plätzchen verkohlt. Weil ich auf dem Sofa sass und Fotos von meiner Freundin S. von unserem Gezeitenwechselblog in Zombies und Schneeköniginnen verwandelt hab.
Und so verglitzert sehen auch verkohlte Plätzchen hübsch aus.
Schöne Adventszeit an alle Leserinnen und Leser!

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