Flida- Frühlingserwachen

Jetzt ist es schon wieder fast drei Wochen her, das Flida tanzen war. Und sich, nebenbei, vom LAT-Gefährten getrennt hat. Es geht ihr immer noch gut damit, und sie ist froh, das sie diesen Schritt geschafft hat.

Natürlich hat der LAT ständig angerufen und am Sonntag nach dem Tanzen hat er sie ausgeschimpft und gebrüllt am Telefon, was ihr eigentlich einfällt, ihn da so sitzen zu lassen in MannisMummelbude, was sie glaubt, was seine Kumpels von ihm denken, das er , der LAT, nicht in der Lage sei, seine Frau zur Raison zu bringen (er sagte Resonk!), und was ihr , Flida , eigentlich einfällt , so abzudampfen, mit diesem wackelnden Hinterteil, sie würde schon sehen, was sie davon hat, fehlen würde er ihr, sie solle bloss mal daran denken, wer die ganzen Lampen in ihrer Wohnung angebohrt hat, und wer sich um die Reparatur von ihrem Auto gekümmert hat, das sei er gewesen und sie würde sich noch umgucken!
Das Teufelchen auf Flidas Schulter hat sich vor Schreck in Flidas Haaren vergraben und geflüstert: Leg auf, Flida, sonst weinst du wieder!

Flida hat aufgelegt. Drei Tage später hat der LAT wieder angerufen und war ganz lieb, und hat gesagt, das Flida dieFrau ist, die er immer wollte, und was er besser machen könne, er würde es tun, weil doch Flida ihm fehlt und wer bügelt jetzt seine Hemden und sie hätten es doch schön gehabt und er würde auch mit ihr tanzen gehen, wenn sie es will, was soll er denn bloss tun?

„Mich nie wieder anrufen, das kannst du tun!“ hat Flida gesagt und aufgelegt.
Ein bisschen hat sie geschwankt, ob sie ihm nicht doch noch mal eine Chance geben soll, sie ist schliesslich nicht mehr die Jüngste, sie findet so schnell wieder auch keinen Mann….

Brauchst du denn einen Mann?hat ihre Tochter gefragt, als sie an einem Abend beieinander sassen.

Flida hatte gekocht, es gibtSpaghetti mit angebratenen Knoblauch und Pepperoni und Petersilie und dazu trinken sie Weisswein und sie sitzen auf der Terasse und es ist ein bisschen wie im Sommer.

Flida ist nachdenklich, ein Mann ist schon praktisch, hat sie geantwortet. Er kümmert sich um die Spülmaschine, wenn sie kaputt ist, er kann die Klospülung reparieren und wenn was an meinem Auto kaputt ist, kann er das auch heil machen.

Mama! hat die Tochter gesagt, und entrüstet ihre Gabel zur Seite gelegt, dafür, für sowas, gibt es Werkstätten! Oder das Studentenhilfswerk, deshalb brauchst du keinen Mann!

Da hat Flida gelacht, und gesagt: Aber für in den Arm nehmen, und zu hören, das ich toll bin, dafür ist ein Mann auch fein!
Das hat der LAT nie gemacht, hat die Tochter gesagt und sich eine Gabel Spaghetti in den Mund geschoben. Der hat dir gesagt ,das du dick bist und deine Haare blöd aussehen und dass du abnehmen musst,aber er hat nie gesagt, wie toll du bist!

Am Anfang schon! antwortet Flida, am Anfang fand er mich zauberhaft.

Am Anfang! schnaubt die Tochter. Bis er hatte, was er wollte! Neenee, Mama, der Typ ist jetzt Vergangenheit! Basta!
Und die Tochter ergreift die Flasche Weisswein und schenkt sich und Flida ein:
Weisst du, Mama, ich finde dich toll. Du hast nach der Scheidung dir ein neues eigenes Leben aufgebaut. Du hast eine Arbeit, einen Beruf, der dir Freude macht.Du verdienst dein Geld zum Leben selber. Du hast dir allein ein Auto gekauft, als du genug Geld hattest. Du schaffst es, das deine Kinder tolle Menschen sind und dass wir immer zu dir kommen können, wenn wir traurig sind. Du  bringst die Leute zum Lachen, die mit dir zusammen sind. Du hast immer Zeit für andere, wenn die dich brauchen. Und Mama, du bist die schönste Mama, die ich mir vorstellen kann. Ich hätte dir das schon viel früher sagen müssen, aber besser jetzt als nie! sagt die Tochter, und hebt ihr Weissweinglas und stösst mit Flida an.

Draussen vor der Terrasse spriesst das Gras,der Löwenzahn leuchtet überbordend gelb in der Wiese und die Vögel beginnen ihr abendliches Konzert. Aus dem Ort ertönen Kirchenglocken und das Gezwitscher der Vögel hebt ein abendliches Konzert an.
Flida spürt , wie sich das kritische Teufelchen an ihr Ohr schmiegt und flüstert : Deine Tochter hat recht, du bist die schönste und mutigste Flida, die ich kenne!
Und Flida nickt in ihr Weissweinglas und murmelt:
Stimmt. Ich bin die Schönste und mutigste  Flida , die es gibt!

4 Gedanken zu “Flida- Frühlingserwachen

Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s