Im Sommer am See

Es gibt perfekte Stunden.

Gestern bin ich mit dem grossen Boot auf dem kleinen Auto und der SchönstenTochter neben mir an den See gefahren, sozusagen an Orte ihrer Kindheit.
„Weisst du noch, da an dem Kiosk haben wir immer Eis geholt.“
Den Ort finden, an dem wir das Boot ins Wasser lassen können, sie wusste, wo es geht.
Der See ist spiegelglatt, still, heiss die Luft.
Das gleichmässige rhythmische Eintauchen der Paddel in die Wasseroberfläche. Wir gleiten am Ufer entlang. Stimmen der Badenden dringen zu uns, wir verstehen fast jedes Wort, hören das Lachen der Grossmutter, die versucht , angefeuert von ihrem Enkel, auf dem Surfboard zum Stehen zu kommen. Wir lauschen den Gesprächen der anderen Badenden, und ich reime mir das, was ich nicht verstehe, dazu.

Weisst du noch…Erinnerungen an Familiensonnenuntergänge, aufgeschnittene Fussohlen und Brotzeiten in der Abendsonne. Die SchönsteTochter und ihre Brüder, eingewickelt in Badehandtücher , sich an den Eltern wärmend,…lang ist es her, irgendwie.
Sie spricht von den jungen Leuten , die ein Projekt starten wollen und sie soll ihnen dabei helfen.
„Ja, was bist du denn dann, wenn du von den jungen Leuten sprichst?“ lache ich. „Ich bin nicht mehr ganz jung, “ grinst sie, “ ich hab Erfahrung!“

Picknick am Ufer: “ Davon nehmen wir aber nichts mehr mit heim!“ freut sie sich.

Und wir haben auf den Sonnenuntergang gewartet und wir hatten alle Zeit der Welt.

Und beim Heimfahren haben wir die Autobahn gemieden und sind mit dem grossen Boot auf dem Dach vom kleinen Auto irgendwo durch irgendwelche Dörfer gefahren, irgendwie werden wir heimkommen, wussten wir.