Flida-Das Weiche an ihr

Ich folge der Schreibeinladung von Christianes Wortetüden! Bitte sehr:

                                     Bürde – speckig-schieben

Wieder Werbung im Fernsehen, es geht um Abnehmpulver, und wieder einmal ist Flida versucht, sich den Namen des Pulvers aufzuschreiben, damit sie sich morgen in der Apotheke  eine Packung kaufen kann.

Es verspricht in kurzer Zeit eine Reduktion des Körpergewichts, eingenommen vor den Mahlzeiten verringert es den Kalorien- und Fettgehalt der dann zu verzehrenden Lebensmittel.
„Ja!“ wispert ihr das Teufelchen ins Ohr,“mach das, kauf es endlich und dann iss es und mach Sport und schiebe das nicht wieder auf, bis du im Sommer verreisen willst und erfinde keine Ausreden!
Ich kann deine speckigen, wabbeligen Arme nämlich schon lange nicht mehr sehen!“

Flida seufzt.

Flida seufzt, denn seit sie denken kann , schleppt sie diese Bürde mit sich herum: dass sie einfach nicht schlank , zart und liebreizend ist, sondern moppelig, rund und fest, und jetzt , mit fortschreitendem Alter eben auch weicher oder wie das Teufelchen raunt, speckig und wabbelig.
Sie schaut sich im Spiegel an und blickt sich tief selber in die Augen: Flida, willst du dieses Pulver wirklich essen?
Nein, antwortet sie sich, ich werde üben, mich so zu nehmen, wie ich bin und ich werde lernen, das Schöne an mir zu sehen und mich selber anzunehmen.

Sie hört das Teufelchen brummen, dass sie sich selbst schön was vormacht, das könne sie ja perfekt,  aber sie denkt, ich bin ich, so ist es gut.

Und sie erinnert sich daran, wie sie vor kurzem die Tochter einer schlanken, sportlichen Freundin getröstet hat, indem sie sie in den Arm nahm und gedrückt und festgehalten hat und  sie hört noch, wie das Mädchen geseufzt hat, sich die Tränen an Flidas Bluse abgewischt hat und gesagt hat: Ach Flida, wie weich du doch bist!

Es ist so schön, wenn du mich in den Arm nimmst!